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Biopiraterie

Es gibt einen Unterschied dazwischen, ob jemand eine tolle technische Erfindung macht oder in den Wald geht dort eine schöne Pflanze entdeckt und dann verkündet, dass jede Verwendung dieser Pflanze als oder in einem Nahrungsmittel, Medikament oder sonstwie von nun an von ihm kontrolliert wird und bezahlt werden muss.

Dieser zunächst absurd klingende Gedanke ist aber die Praxis im Falle der Biopiraterie: Unternehmen und andere Personen können sich nämlich schon jetzt über die Anmeldung von geistigen Eigentumsrechten (IPR) die Verwertungs- und Verwendungsrechte an Lebewesen und deren Genen sichern, um diese dann exklusiv zu vermarkten oder von anderen Lizenzgebühren zu verlangen. Allein schon diese Versachlichung von Leben lehnen wir strikt ab.

Manche Unternehmen lassen sich aber nicht nur „eigene Entwicklungen“ patentieren, sondern auch die natürlichen Resourcen von Entwicklungs- und Schwellenländern, indem sie das Wissen über verwertbare Pflanzen und Tiere, insbesondere Heilpflanzen, von den dort lebenden Gemeinschaften ausnutzen. Die Industrieländer gelangen hierüber an das traditionelle Wissen und die Ressourcen der Entwicklungsländer ohne diese daran zu beteiligen und ohne deren Mitbestimmung über deren Kopf hinweg. Teilweise wird über die Patentanmeldung sogar versucht, die traditionelle Nutzung oder die Vermarktung durch die ursprünglichen Ländern zu unterdrücken. Aber auch die europäischen Bauern sind z.B. durch so-genannte Nachbaugebühren betroffen. Wir lehnen jede Form der Biopiraterie und -privatisierung ab! Lebewesen sind keine Sachen!

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Datei themen:biopiraterie bearbeitet am 02.09.2008 um 0h08 von jerome