Werbefreie Uni
Worum geht's?
Kaum noch ein Bereich des menschlichen Lebens ist vor den vielfältigen Werbeversuchen von Dienstleistungs- und Produktunternehmen, Versicherungen und Partyveranstaltern geschützt. Die zunehmende Kommerzialisierung des menschlichen Alltags äußert sich in verschiedenen Formen. Konventionelle (Medien, Litfaßsäulen …) und neue (z.B. Benennung von Fußballstadien nach Spielzeugsherstellern und Versicherungen). Formen geben sich die Hand.
Lange Zeit galten öffentliche Einrichtungen (Universitäten, Schulen, Ämter) als Tabuzone für Werbung. Schon das Beispiel unserer Uni zeigt aber, dass dies wohl nur noch eine Wunschvorstellung ist:
- das Mensafoyer gleicht einem Marktplatz, auf dem sich Versicherungen, Banken, Verlage, Computerhersteller, DiätberaterInnen uvm. tummeln
- die EWE hat einen eigenen Studiengang an dieser Uni
- mensch bekommt verbilligte Eintrittskarten, wenn sie/ er der AOK ihre/ seine Adresse gibt.
- kommerzielle Mensapartys haben Vorrang vor studentisch organisierten
- usw.
Es gibt genug weitere Beispiele, die hier an dieser Stelle wohl den Rahmen sprengen würden.
Unser erstes Ziel wird es sein, mehr Transparenz zu erreichen. Wieviel Geld nimmt die Uni durch Werbestände ein? Wer sind die universitären Ansprechpartner? Wo überall sind Unternehmen in der Uni präsent? Anschließend wollen wir uns Gedanken machen, wie dieser Einfluss zurückgedrängt werden kann.
Was bisher geschah?
Aktionstage
Nach einer fantasievollen Überflutung mit Werbung am 31.10. beginnen wir den November mit einem werbefreien Tag. Damit wollen wir unsere Utopie mal praktisch umsetzen. Wir hoffen es gefällt.
Gespräch mit Verantwortlichen
Wir haben nicht viel neues erfahren. Sexismus, Rassismus ist tabu, Tabak- und in Zukunft auch Alkoholwerbung ebenso. Kommerzielle „Werber“ zahlen für Flyer nichts, für Stände im Mensafoyer 27,50 € (am Tag)und 55 € in der Woche. Ein Stand draußen kostet 27,50 € die Woche. In welcher Größenordnung die Einnahmen sind, wurde uns nicht mitgeteilt, spielen aber nicht weiter die Rolle. Inzwischen sieht die Vereinbarung mit der Verwaltung so aus, dass die laufende Verträge noch erfüllt werden (bis Ende Dezember, Studentenpresse noch bis Ende des Semesters), danach werden keine kommerziellen Stände mehr vergeben. Der AStA behät sein Recht, drei Stellplätze zu vergeben, der Büchermensch bleibt auch, der Rest wird nicht genehmigt. Bei Ausnahmen soll eine Rücksprache mit dem AStA getroffen werden.
Fest installierte Werbeaufsteller auf dem Campus
Die Firma Campus-Service mit Sitz in Köln hat von der Uni Flächen angemietet auf denen nun feste Werbeaufsteller stehen.
Die Einnahmen landen nach Aussagen aus der Verwaltung in der Pressestelle der Uni. Nach Auskunft des Präsidiums belaufen sich die Einnahmen auf 5000€ monatlich.
Der Betreiber war inzwischen entgegenkommender als die Unileitung und ermöglicht uns nun die kostenlose Nutzung einiger (wechselnder) dieser Flächen.
Wir werden uns trotzdem weiter bemühen, das Präsidium zur vollständigen Beendigung der Werbenutzung der Aufsteller zu bewegen.
Kontakt
Bei Fragen und Anregungen stehen wir Euch gern zur Verfügung:
Günter Wilde
Referent und Sprecher des AStA der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Raum: M1-165
Tel.: 0441/798-2575
E-Mail: ProRef@asta-oldenburg.de

